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Digitalisierung und Nachhaltigkeit – ein kongeniales Duo

Lesedauer: 4 Minuten 23.02.2021 Aktuelles & Trends

So lassen sich mit KI, Process Mining und einem modernen ERP-System ehrgeizige Klimaziele erreichen

Die digitale Transformation spielt eine wesentliche Rolle bei der Erreichung ehrgeiziger Klimaziele – KI, Process Mining und ein modernes ERP-System inklusive.

Viele deutsche Unternehmen haben in den letzten Jahren die Weichen gestellt, die Corona-Krise hat die Entwicklung zu mehr Digitalisierung deutlich beschleunigt: So planen 86 Prozent der im Rahmen des „Bitkom Digital Office Index 2020“ befragten Geschäftsführer, Briefpost durch digitale Kommunikation, zum Beispiel bei der Verarbeitung von Eingangsrechnungen, zu ersetzen. Das sind fast doppelt viele wie 2018. Video-Konferenzen werden von 61 Prozent der Unternehmen rege genutzt, während es vor zwei Jahren nur 48 Prozent waren.
Die letzten Monate haben deutlich gezeigt: Je digitaler die Unternehmen aufgestellt und je etablierter digitale Prozesse sind, desto besser kommen sie durch herausfordernde Zeiten, so die Bitkom-Studie.

Wie wirkt sich Digitalisierung auf die Umwelt aus?

Die Krise hatte in Verbindung mit den Möglichkeiten, die die digitale Transformation schon heute bietet – Stichwort „Homeoffice“ bzw. „Working everywhere“ –, positive Auswirkungen auf die Umwelt. Laut dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung wurden durch den reduzierten Verkehr im ersten Halbjahr 2020 insgesamt rund 1,6 Milliarden Tonnen oder 8,8 Prozent weniger CO2 in die Atmosphäre ausgestoßen als im Vorjahreszeitraum.

Während der geringere CO2-Ausstoß in den Krisenmonaten nur kurzfristige Auswirkungen hatte, sind digitale Technologien dazu prädestiniert, die Umwelt nachhaltig zu schonen. Bei einer konsequenten und beschleunigten Digitalisierung in der industriellen Fertigung sowie bei der Gestaltung von Gebäuden und Arbeitsplätzen ließe sich der Ausstoß im Jahr 2030 – verglichen mit 2019 – um 120 Millionen Tonnen reduzieren. Das entspricht fast der Hälfte der notwendigen Einsparungen von 262 Millionen Tonnen, die Deutschland für sein selbst gestecktes Klimaziel im Jahr 2030 erreichen muss. Dies ist das Resultat der Studie „Klimaeffekte der Digitalisierung“, ebenfalls von Bitkom.

Kritiker dieser Entwicklung werfen ein, dass die Digitalisierung das Problem nur verlagert – weg von den Unternehmen hin zu den großen Providern, die in der digitalen Transformation eine zentrale Rolle spielen. Infrastruktur und Services werden bekanntlich zunehmend via Cloud bezogen. Und tatsächlich: Aktuelle Zahlen zeigen, dass sich zum Beispiel der weltweite Energiebedarf der Rechenzentren im letzten Jahrzehnt vervierfacht hat.

Gleichzeitig aber wurde die Energieeffizienz deutlich verbessert, wobei das Potenzial noch lange nicht ausgereizt ist. Der Berliner Nachhaltigkeits-Thinktank Borderstep Institute for Innovation and Sustainability hat in der Studie „Rechenzentren in Europa – Chancen für eine nachhaltige Digitalisierung“ rund 70 Technologien identifiziert, die neben einer höheren Nachhaltigkeit wirtschaftliche Vorteile bieten werden. Ein von Borderstep angeführtes Beispiel sind lastadaptive Rechenzentren: Da die alternative Stromerzeugung mittels Windkraft und Photovoltaik nur unter entsprechender Sonneneinstrahlung beziehungsweise Windstärke sinnvoll ist, werden Infrastrukturen entstehen, in denen Cloud-Arbeitslasten variabel an Standorte mit fossilfreier Energieerzeugung verschoben werden können.

Bei der systemübergreifenden, ganzheitlichen Effizienzoptimierung als zweites Beispiel steht ERP im Mittelpunkt. Dank der Analyse und Steuerung von verwendeten Ressourcen in Echtzeit ist es unter anderem möglich, die hauseigene IT-Infrastruktur optimal auszulasten und damit finanzielle Vorteile zu erzielen.

Was können Organisationen schon heute unternehmen?

Bitkom hat in seinem Positionspapier „Digitalisierung & Nachhaltigkeit“ als Ziele unter anderem folgende zwei Aspekte identifiziert: „digitale Lösungen für Nachhaltigkeit“ sowie „Effizienzsteigerung und Optimierung“.
Neben der Steigerung der Energieeffizienz bieten digitale Werkzeuge einen Pool an innovativen Lösungen, die Unternehmen dabei unterstützen, nachhaltig zu agieren. Ein typisches Beispiel dafür ist Predictive Maintenance: Damit lassen sich ungeplante Maschinenausfälle weitgehend vermeiden und Außendiensteinsätze von Servicemitarbeitern deutlich reduzieren.

Ein großer Beitrag zur Nachhaltigkeit wird der Künstlichen Intelligenz (KI) zugeschrieben. Capgemini legt in der Studie „Climate AI: How artificial intelligence can power your climate action strategy“ offen, dass bereits 48 Prozent der Unternehmen KI nutzen, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die Energieeffizienz zu steigern. Die Möglichkeiten, die KI bietet, sind nicht auf bestimmte Bereiche beschränkt: Vorteile versprechen sich die Automobilbranche, die Fertigungsindustrie, die Energie- und Versorgungswirtschaft, der Konsumgüterindustrie sowie der Einzelhandel.

Der zweite von Bitkom genannte Aspekt – „Effizienzsteigerung und Optimierung“ – umfasst eine Vielzahl an technischen Möglichkeiten, mit denen sich die vorhandenen Ressourcen und Arbeitsabläufe eines Unternehmens optimal aufeinander abstimmen lassen.
Das Resultat ist ein höherer Effizienzgrad, zudem wird der Einsatz zusätzlicher Ressourcen meist überflüssig.

In diesem Zusammenhang gewinnt das Thema Process Mining, das etwa von führenden ERP-Anbietern verfolgt wird, rasch an Bedeutung. Der Studie „Mehrwerte schaffen für den Mittelstand durch ERP-Software“ von teknowlogy | PAC und proALPHA zufolge sehen 41 Prozent der befragten Unternehmen in der DACH-Region ein großes Potenzial, bestehende Prozesse zu analysieren. An Stellen, wo Defizite und Ineffizienzen auftreten, werden außerdem Optimierungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Um die von Bitkom formulierten technischen Nachhaltigkeitsmaßnahmen realisieren zu können, braucht es eine umfassende Digitalisierung mit Prozessen, die End2end modelliert sind, und Geschäftsabläufe ohne Medienbrüche.

Ein konkretes Beispiel ist die automatische Eingangsrechnungsverarbeitung. Einheitliche, durchgängig digitalisierte Prozesse – vom Posteingang über das Prüfen der Rechnungsdaten und mehrstufige Freigaben bis hin zur Buchung – sorgen für mehr Produktivität bei geringerem Aufwand. Die Praxis hat gezeigt, dass die smarten Tools in der Verwaltung bis zu 90 Prozent des papierbasierten Aufwands einsparen können.

Eines ist klar: Um die Klimaziele zu erreichen, kann die Digitalisierung einen wertvollen Beitrag leisten. Gleich wichtig ist die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit nur dann funktionieren kann, wenn sich jedes einzelne Unternehmen daran beteiligt.

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